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Sunrise - Log Day 14: Harte Nächte und man muss die feste feiern, wie sie fallen
Sunrise - Log Day 14: Harte Nächte und man muss die feste feiern, wie sie fallen
04 December 2011
Samstag, 3. Dezember 2011 - 14. Tag auf See
Neptun und Petrus hatten sich ein Tag nach dem Bergfest gegen
uns verschworen und einen wilden Kampf ausgefochten (oder haben sie sich
einfach mal wieder gestritten?). Waren die beiden beleidigt, weil wir ihnen am
nächsten
Abend den "Sundowner" verweigert hatten? Wie auch immer, es war eine wilde
Nacht. Es begann mit toller Geschwindigkeit und wir freuten uns auf den
weiteren Vorsprung gegenüber unseren Konkurrenten. In der Dämmerung haben
wir sogar die vor uns her fahrende Yacht (welche wir den ganzen Tag
schon verfolgt hatten) quer ab. Ein kurzes Hallo per Funk heiterte die
Stimmung noch auf, da wir erfuhren dass es sich bei unserem
Tageskonkurrenten um eine besser eingestufte Yacht der ARC handelte.
In der Nacht jedoch waren die Böen sehr stark und kamen aus allen
Himmelsrichtungen und genauso quer kamen die Wellen von verschiedenen
Seiten. Wir mussten die Segel bergen und unsere Fahrt mit der gerefften
Genua fortsetzen. Und wir waren immer noch mit 6 Knoten unterwegs. Die
kommenden 1.5 Tage ging es so weiter und wir alle konnten nicht sehr gut
schlafen. Der Idealkurs war kaum zu halten und es schüttelte uns ständig
hin und her. Hinzu kamen starke Niederschläge, die jedoch immer nur kurz
anhielten. Die Stimmung an Bord war gestern, Freitag, an einem Tiefpunkt
angelangt. Alle waren verschwitzt, es war alles feucht und wir wollten nur
noch raus aus der Schaukelei. Aber wie das so ist im Leben: nach em Räge
schiint d`Sunne, nach em Briegge wird g`lacht ...". Die Wettervorschau meldet
etwas konstantere Winde aus N/NE und es hellte zwischenzeitlich auch schon
etwas auf.
Die ersten hatten schon auf dem Vorderdeck eine Dusche nach "Sunrise-
Art" genommen, da kam der gesegnete Regenschauer vom Himmel. Was für ein
Fest: alle raus aus den Kleidern, in den Regen, einseifen und sich mit
dem süssen Regenwasser waschen. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich mich
so über einen Regenschauer gefreut habe! Danach gab es ein tolles Risotto con
Funghi (aus der Thermospfanne...) - es schmeckte sicher doppelt so gut nach
dieser Erfrischung. Danke
Petrus für dein Erbarmen...
Die Nacht verspricht angenehm zu werden: Der Mond ist schon halb voll und
leuchtet hell. Die Temperatur ist sehr moderat und wir können wohl unsere
Regensachen im Schrank hängen lassen (wir trauen der Sache jedoch noch nicht
so ganz und legen sie nicht allzu weit weg).
Um Mitternacht gibt´s noch ein Fest: unser Skipper Olaf hat am
3.12. Geburtstag. Wir wollen ihn überraschen und bereiten klammheimlich eine
Überraschungsparty vor. Punkt Mitternacht lassen wir die Schiffssirene
heulen, Verenas Ballone haben wir vorbereitet und am Baum aufgehängt und die
Wunderkerzen erleuchten hell. Die Überraschung gelingt. Olaf kommt ganz
verschlafen an Deck - Happy Birthday, lieber Olaf und auf eine weitere gute
Atlantiküberquerung!
Wir haben keine 900 Seemeilen mehr vor uns - wir rechnen jetzt rückwärts. Wer
wird wohl die Wette gewinnen, wann wir ankommen? Der optimistischste nannte den
6.12. - das wird wohl nicht mehr machbar sein - die pessimistischste Nennung
ist 2x der 10.12. aber wir gehen davon aus dass es irgendwo dazwischen liegen
wird.
Samstag, 3.12.:
letzte gute Nachricht und Omen, dass wieder alles Gut wird: ein prächtiger
Fisch hat angebissen, ca. 60 cm lang, mit wunderschöner grün golden
schimmernder Haut. Das Abendessen ist gesichert, gerade auch da wir vorgestern
das letzte Mal frisches Fleisch gegessen haben, und wir segeln wieder auf Kurs
mit Schmetterlingsbeseglung.
Edith, 3.12.11